In den letzten Tagen ging es durch die Presse - das Urteil. Eine Altenpflegerin hatte 6 Maultaschen mitgenommen, um sie zu verzehren. Das Verbot des Arbeitgebers, übrig gebliebenes Essen zu verzehren oder mitzunehmen, war ihr bekannt.
Die Dame war schon seit vielen Jahren an ihrem Arbeitsplatz tätig und trotzdem erhielt sie die fristlose Kündigung, die nun auch vor dem Arbeitsgericht für rechtens erklärt wurde.
Nun hätte es hier u. U. auch genügt eine Abmahnung auszusprechen. Trotzdem muss man sich bewusst sein, dass es sich um Diebstahl handelt.
Da denke ich mir, dass das Problem ist, dass viele Leute einfach kein Unrechtbewusstsein mehr haben. Wenn ich meinem Arbeitgeber etwas entwende, dann handelt es sich ganz klar um Diebstahl, ob es nun ein Bleistift ist, oder aber eben Maultaschen.
Aber, man könnte das auch weiter ausbauen. Wie viele Arbeitnehmer telefonieren von ihrem Arbeitsplatz aus, als würde sie der Arbeitgeber für privates Telefonieren bezahlen?! Fragt man, dann bekommt man zu hören: "Das ist eine Selbstverständlichkeit, das darf man. " Duldet es der Arbeitgeber, dann ist es seine Sache. Den Kollegen gegenüber finde ich das auch nicht gerade fair, denn diese müssen während der privaten Telefongespräche schließlich arbeiten.
Musste ich mal telefonieren, dann habe ich erstens gefragt und zweitens mein Gespräch bezahlt. Mitgenommen habe ich auch nie irgend etwas. Das wäre mir gar nicht in den Sinn gekommen.
Überhaupt nicht gefällt mir allerdings, dass in unserer Gesellschaft Lebensmittel eher entsorgt werden müssen, als sie dem Arbeitnehmer z. B. für eine geringe Gebühr zu überlassen, oder aber sie eventuell an Bedürftige weiterzugeben.